Freitag, 28. Dezember 2012

Belize, 28.11. – 01.12.12

Der Kleinbus voll mit jungen Touris und wahnsinnig schmalen Sitzen holte und pünktlich im Hostel ab. Nach einigen Stunden kamen wir bereits an die Grenze zu Belize. Dort hiess es, Rucksack anziehen und wieder Mal über die Grenze laufen. Alles verlief problemlos ausser dass wir ein wenig erstaunt waren, dass die Grenzwächter englisch mit uns sprachen. Wir kamen dann bald darauf, Belize ist nicht spanisch sprechend sondern englisch. Ein netter Herr hat uns abgefangen und uns mit Broschüren und Karten über das Land versorgt. Da wir unschlüssig über unser genaues Ziel waren konnten wir seine Hilfe gut in Anspruch nehmen.

Weiter gings mit dem Kleinbus in die Hafenstadt Belize City. Dies war früher mal die Hauptstadt, aber wegen der Zerstörung durch einen Wirbelsturm beschloss die Regierung im Landesinnern eine neue Hauptstadt zu gründen. Da es hier nicht viel zu sehen gab, beschlossen wir uns, direkt auf das Schnellboot umzusteigen und auf die vorgelagerte Insel San Pedro zum fahren.


Dort angekommen haben uns wiederum hilfsbereite Einheimische den Weg zu einer günstigen Backpacker-Unterkunft gezeigt. Günstig heisst hier also 40 USD pro Nacht, ohne Frühstück oder sonstigen Extras, was für unsere Verhältnisse eher teuer ist!


Am nächsten Tag haben wir uns mal eine kleine Auszeit gegönnt. Ich habe die13 kleinen Landesflaggen der bereits bereisten Länder auf meinen Rucksack genäht (hab also Hornhaupt an den Fingern bekommen und konnte wegen der grossen Schmerzen diejenigen von Roman nicht auch noch auf seinen Rucksack annähen *smile*). Roman hat im Gegenzug einen „Bürotag“ eingezogen und hat seinen Tauchgang für den nächsten Tag im Barrier Reef gebucht.


Roman wartete am nächsten Morgen jedoch vergebens, dass das versprochene Boot ihn am Steg abholen kommt. Dies war das erste Mal, dass eine gebuchte Tour oder eine Vereinbarung nicht geklappt hat. Eigentlich erstaunlich! Er konnte dann aber am Nachmittag noch einen Tauchgang machen und Schnorcheln gehen. Später haben wir dann bereits wieder ein Ticket gekauft für den nächsten Tag. Wir mussten weiter nach Mexico.    



Um ca. 8 Uhr morgens ging es mit dem gesamten Gepäck zum Steg. Dort fand bereits die offizielle Ausreise aus Belize statt. Während der Wartezeit haben wir dann noch Andre und Manuela aus Deutschland kennengelernt. Nach ca. 2 Stunden mit dem Speedboot durch die schöne Meer- und Insellandschaft der Karibik kamen wir in der Grenzstadt Chetumal an.


Mittwoch, 26. Dezember 2012

Auf den Spuren der Maya, Honduras und Guatemala, 25.-28.11.2012

Copán heisst das verschlafene Städtchen kurz nach dem Grenzübergang nach Honduras und ist vorallem wegen den gleichnamigen Mayaruinen ein Touristenmagnet. Es dreht sich auch vieles um diese, die Innenstadt ist ein einziger Souvenirstand! Wirklich schwierig für Roman, all den tollen Masken zu wiederstehen! (ja Judith, ich werde diese in meinem Zimmer aufhängen...)
Am selben Nachmittag gingen wir diese Mayastädte dann auch noch besuchen. Insbesondere die gut erhaltenen Schriftzeichen haben uns fasziniert und wenn dann auch noch ein majestätischer Ara (die flogen hier überall rum) auf einer jahrhundertealten Stele sitzt, ergibt dass das perfekte Fotomotiv!






Auch sonst gabs einige interessante und vorallem grosse Bauwerke zu bestaunen. Einige waren gut erhalten oder restauriert, während andere von der Vegetation überwuchert waren und nur mit viel Fantasie als Bauwerke erkennbar waren. Schon bald sassen uns jedoch die Wächter im Nacken und erinnerten uns daran, dass um 5 Uhr Schluss sei und wir doch langsam den Ausgang ansteuern sollten.


Nach dem wird den Abend in einer Bar mit Tschau-Sepp spielen ausklingen liessen, stand am nächsten Tag wiedermal eine lange Fahrt auf dem Programm. Um 6.30 Uhr nahmen wir ein Collectivo zurück an die Grenze, auf der anderen Seite einen weiteren Kleinbus und fuhren in die nächstgrössere Stadt auf guatemaletischer Seite. Wiedermal durften wir erleben, wieviele Personen in so ein Fahrzeug passen! Um 10 Uhr erwischten wir den nächsten Langstreckenbus welcher uns in den Norden nach Flores brachte. Acht Stunden später kamen wir dort an und liessen uns von einem Motorradtaxi zum Hostel fahren. Dieser Teil der Stadt liegt malerisch auf einer kleinen vorgelagerten Insel eines Sees.

Die grosse Attraktion hier sind die Mayaruinen Tikal. Ein Collectivo mit einem speziell freundlichen Fahrer brachte uns am nächsten Morgen in die ca.60km entfernte archäologische Stätte. Wir entschlossen uns diesmal einen persönlichen Guide zu leisten und erwischten es wiedermal super. Unser junger, motivierter und interessierter einheimischer Führer Elmer kannte sich bestens aus und versorgte uns während der vierstündigen Tour mit allerlei interessanten und wissenswerten Infos. Ein weiteres Mal waren wir beeindruckt von den massiven Bauwerken einer ehemaligen Hochkultur und staunend genossen wir den atemberaubenden Blick von der Anhöhe einer Tempelpyramide auf die Spitzen der Nachbarspyramiden, sowie über den umliegenden, endlos erscheinenden Dschungel.
Auch die Tierwelt fühlte sich hier wohl und wir durften Affen und diverse Vögel beobachten.
Tikal wurde um 1000 vor Christus gegründet, war zu seiner Blütezeit (ca.500-900 nach Christus) eine der grössten und einflussreichsten Maya-Städte und herrschte über ein beeindruckendes Territorium. Auf dem 16qkm grossen Zentral-Areal wohnten wohl bis zu 200000 Menschen. Über 4000 Strukturen wurden bisher gefunden, wovon bisher jedoch weniger als 3% restauriert wurden. Man vermutet noch Tausende weitere Gebäudeüberreste in der umliegenden dichten Dschungelvegetation. Tikal gilt als eine der am besten erforschten Mayastätten, wieso die Stadt jedoch zu Ende des 1.Jahrtausend plötzlich zugrunde ging kann niemand genau sagen.


Wir genossen unseren Ausflug im schwülwarmen Dschungel jedoch sehr und schlossen ihn wiedermal mit dem Kauf einiger Souvenirs ab.





Am nächsten Tag bestiegen wir einen Touri-Bus, welcher uns über die Grenze nach Belize bringen sollte.

El Salvador, 20.11. – 25.11.12

Als wir in San Miguel aufgestanden sind und Roman Sandwiches als Frühstück geholt hatte, nahmen wir auch schon den erstbesten Bus in die Hauptstadt San Salvador. Auch hier fingen uns auf dem „Busbahnhof“ (ein Kiesplatz in einem Hinterhof) sehr viele aufdringliche Taxifahrer ab. Langsam haben wir uns ja schon daran gewöhnt und zogen unser übliches Ritual durch (zuerst in aller Gemütlichkeit eine Zigarette rauchen)…
Das Hotel befand sich in einem „relativ“ sicheren Quartier, es uns wurde jedoch trotzdem empfohlen, nach Einbruch der Dämmerung, egal woher, ein Taxi zu nehmen. Also schlenderten wir etwas in der Umgebung umher und fanden ein gemütliches Lokal (Cafe la „T“ = ja, man kanns auch als Kaffee-Latte aussprechen) mit einem kleinen Innenhof-Garten und wieder Mal gratis WIFI (gibt’s in ganz Lateinamerika praktisch überall). Somit konnten wir Fotos sortieren, Blogg schreiben (was uns ja sehr viel Spass bereitet, euch ja hoffentlich auch..), Mails beantworten etc. Die Zeit verging wie im Flug und schon war es Dunkel. Somit ging es in ein Taxi und zurück ins Hotel. Der nächste Tag verlief etwa gleich, rumlaufen, Cafe la T, Internet, zurück laufen…
Am darauffolgenden Tag fuhren wir mit dem Taxi zur grossen Bushaltestelle und hatten somit doch noch einen kleinen Eindruck von der Stadt erhalten. Da wir nun doch schon einiges in Zentralamerika gesehen haben und leider auch mit der Zeit etwas knapp ist, müssen wir halt wirklich einiges auslassen und da kommen und Städte oft gelegen.
Weiter ging’s nach Santa Ana. Dies ist eine kleine Stadt im Nordwesten mit „lediglich“ ca. 250‘000 Einwohnern… Hier fanden wir ein super Hostel Casa Verde mit dem Besitzer namens Carlos. Es war sehr sauber, tw. frisch renoviert, richtiger Kaffee gratis und einen neuen Teil welchen er zur Zeit am umbauen war. Carlos führte uns voller Stolz umher und zeigte uns alles. Nach einer kurzen Tour durch die Stadt, etwas zu Essen und trinken gingen wir auch bereits wieder zurück ins Hostel.





Eigentlich wollten wir tagsdarauf weiter in Richtung Copan Ruinen in Honduras, aber weil uns Carlos gesagt hat, dass es Sonntag, also einen Tag später, eine direkten Bus gibt, blieben wir noch einen Tag hier. Somit hatten wir Zeit, die nahegelegene Maya-Ruine Tazumal zu besichtigen. Wir machten uns auf den Weg zur lokalen Bushaltestelle… Dies war ein Abenteuer! Chaos pur, Farben, Gerüche, Busse, Verkäufer, Hunde, Gemüse, Küchen usw. Herrlich! Nach einigem hin und her fanden wir dann den richtigen Bus. Im Chicken-Bus durften wir mal stehen, als einzige Touris fielen wir auch fast nicht auf. Als „unsere“ Haltestelle nahe der Ruine näher kam, meldeten sich viele Einheimische zu Wort und teilten uns mit, dass wir hier aussteigen sollen. Ein Herr der Werktags in der Ruine arbeitet begleitete uns sogar noch ein Stück, damit wir uns auch sicher nicht verlaufen. So hilfbereit sind sie, die Leute hier.
Bis anhin haben wir in Lateinamerika mit den Menschen sehr gute Erfahrungen gemacht. Sie sind stets fröhlich und helfen gerne wo sie können OHNE eine Gegenleistung zu erwarten! Wir sind sehr positiv überrascht und schätzen diese Offenheit und Herzlichkeit der lokalen Bevölkerung sehr!
Roman würde jetzt vermutlich mehr über die Ruine und ihre Geschichte erzählen. Ich kann einfach sagen, sie war nett, überschaubar und ein guter Einstieg für meine Maya-Ruinen-Besichtigungstouren die noch folgen werden.






Abends kamen noch einige Freunde von Carlos im Hostel vorbei. Diese hatten keine Kontakthemmungen und schlossen uns bald in ihre Runde mit ein. Roman konnte seinen etwas anderen Wortschatz zum Besten geben und ihm wurden noch einige „nützliche“ Männerwörter beigebracht. Ich im Gegenzug durfte mich an einer Wand zu Ehren von Carlos Spitznamen verewigen. Es war ein super lustiger Abend!


Sowohl Carlos als auch die anderen Herren haben uns gesagt, dass der Bus welcher uns um 7.30 Uhr morgens abholen sollte mind. 1 Std. Verspätung haben wird. Immer noch ganz nach dem Schweizer Motto der Pünktlichkeit waren wir aber zeitig bereit. Nach einigen gratis Kaffees und ca. 1 Std. zu spät, kam uns dann die Gesellschaft abholen. Mit dem Kleinbus und einer holländischen Reisenden an Bord machten wir uns auf den Weg in Richtung Grenze nach Guatemala. Dort durften wir für die Ausreise ca. 1 Std. anstehen, wiederum als einzige „weisse“ Touristen. Wir wurden zwar gemustert und beobachtet, mit einem Lächeln und einem „Hola“ kamen wir dann aber wiederum ein wenig mit den Lokalen in Kontakt. Nach ca. 1,5 Std. in Guatemala kamen wir bereits zum nächsten Grenzübergang nach Honduras. Bei der Einreise hat Roman dem Grenzwächter gesagt, dass wir eigentlich nur für die Ruinen in das Land einreisen wollten. Somit hat er unser Einreiseformular verrissen und uns einen speziellen Copan-Ruinen-Stempel in den Pass gemacht. Somit wird unsere Passport-Stempel-Sammlung immer mehr durch spezielle Symbole ergänzt!

Dienstag, 25. Dezember 2012

Vulkan-Track in Nicaragua und Hondurasdurchquerung, 17.11. – 20.11.12

Morgens um 6 Uhr ging es los, wir trafen uns alle pünktlich vor dem Eingang der Quetzaltrekkers. Leider hat uns aber niemand die Türe geöffnet. Nach ca. 10 Minuten poltern hats dann aber doch noch geklappt. Wir waren zu siebt, ein Paar aus Belgien/Niederlande, eines aus Amerika, eine Deutsche/Norwegerin und wir, zusammen mit 2 Volunteer.
Nachdem wir unsere Rucksäcke, das Zelt oder etwas zu Essen und je 8 Liter Wasser gefasst haben, durften wir noch ein reichhaltiges Frühstück im Hostal zu uns nehmen. Danach ging es im Marschschritt in Richtung Bushaltestelle. Wir haben ja schon einiges gesehen, aber diese „Bushaltestelle“ übertraf so einiges. Chaotisches Leben, diverse Gerüche, Lebensmittel und alle Gegenstände welche man braucht oder eben auch nicht!
Nach ca. 20 Minuten in einem weiteren Chicken-Bus (ehemaliger amerikanischer Schulbus) ging es im Nirgendwo los. Leider war der Weg gesandet, somit fiel das Gehen schwerer und die Schuhe waren nach kürzester Zeit voller Sand. Der Vorteil war, wir konnten im Schatten der Bäume gehen. Total hatten wir ca. 6 Stunden und ca. 16 km vor uns. Unsere „Reiseleiterin“ hat ein sehr schnelles Tempo vorgelegt. Wenn man einen kleinen Stopp gemacht hat um z. B. etwas Wasser zu trinken war man verloren und konnte die Gruppe erst beim nächsten Halt wieder einholen. Bevor wir den Schutz der Bäume verliessen, mussten jeder von uns noch Holz sammeln und am Rucksack befestigen damit wir später ein Lagerfeuer machen konnten.






Vor dem letzten richtigen Anstieg, über freies Gelände am Fusse des Vulkans, gab es nochmals einen Stopp. Danach hiess es, jeder für sich über das Lavagestein raufkrackseln.










Oben angekommen wurden wir mit einer herrlichen Aussicht belohnt!  Als wir alle angekommen waren, ging es nochmals ein kleines Stück rauf zum Krater des noch aktiven Vulkans. Wegen dem starken Rauch konnte man jedoch kein Lava sehen, aber das brutzeln konnte man dafür sehr gut hören. Das war auch der Grund, weshalb wir eine 2-Tagestour machten und demnach an einer flachen Stelle etwas weiter unten unsere Zelte aufgeschlagen hatten.







Nach dem einfachen aber feinen Nachtessen warteten wir, bis es dunkel war. Der Ami hatte noch eine kleine Flasche „siidefiine“ Rum den Krater hochgetragen, welche er gerne mit der ganzen Runde teilteJ Danach ging es mit Taschenlampen und Fotoapparate bewaffnet im Dunkeln ein zweites Mal auf den Krater rauf. Nun konnte man das glühende Lava sehen! Am Kraterrand liegend versuchten wir das perfekte Foto zu schiessen. Wegen den starken Dämpfen durften wir jedoch nur ca. 10 Min. dort verweilen. Danach ging es schon wieder runter in das Lager. Es hat sich jedoch auf alle Fälle gelohnt, dieses für uns bis anhin einmalige Ereignis erleben zu dürfen!





Am nächsten Morgen war um 4.45 Uhr Tagwache. Wieder im Dunkeln ging es nochmals auf den Krater rauf und wir durften den Sonnenaufgang mit dem brodelndem Vulkan im Hintergrund geniessen.
























Nach dem Abbau der Zelte und dem Frühstück ging es dann einen
anderen Weg wieder runter. Unten angekommen hielten die Herren Ausschau für ein Bier, welches sie hier leider nicht auftreiben konnten. Jedoch zurück in Leon gingen wir noch zusammen in einem lokalen „Restaurant“ Mittagessen wobei die Herren im Laden nebenan noch Bier gekauft hatten…





Da das Ami-Päärchen mit ihrem Hostal nicht zufrieden waren, kamen sie in das gleiche wie wir. Nach einer Dusche und ein wenig Erholung gingen wir zusammen auf die „Piste“, wobei wir das andere Päärchen von Trek auch getroffen haben. Somit verbrachten wir einen sehr lustigen Abend zu sechst.




Da die Tour doch ziemlich anstrengend war, beschlossen wir am nächsten Tag einen Ruhetag einzulegen. Roman hat sich in einem Hinterhofsalon wieder Mal die Haare schneiden lassen. Am Abend fand im Pub nebenan noch ein Quiz, organisiert von Quetzaltrekkers statt,bei welchem Roman sein Bestes gab. 



Tags darauf machten wir uns auf die nächste abenteuerliche Reise mit Endziel Nicaragua. An der chaotischen Bushaltestelle nahmen wir ein Kleinbus bis zur 45 Min. entfernten Grenze zu Honduras, dies mit unserem grossen Rucksack (mittlerweile ca. 24 Kilo inkl. z.B. 1 – 1,5 Kilo Kaffee noch aus Kolumbien)! Dort wurden wir von vielen sehr aufdringlichen Fahrradtaxis in Empfang genommen. Der ruhigste im Hintergrund war uns am sympathisten, dieser fuhr uns dann zum nahegelegenen Grenzübergang. Für die Ausreise aus Nicaragua mussten wir noch 88,66 bezahlen. Roman überreichte dem Grenzwächter eine 100er Note, er nahm sie ohne Worte entgegen. Als wir später um das Rückgeld baten, damit wir unser Fahrradtaxi bezahlen konnten, hat er uns sehr schroff behandelt, im Sinn von wenn wir das Geld so dringend brauchen, dann sollen wir es ihm gefälligst genau geben. Mit GENAU meinte er dann auch wirklich genau, 89 hatte er nicht akzeptiert. Somit mussten wir bei einem Laden nebenan das Geld genau wechseln lassen… Eine unnütze und unfreundliche Art dieses Grenzwächters welche wir uns in Lateinamerika eigentlich bis anhin nicht gewohnt waren.
Weiter ging es dann mit einem Bus in Honduras zur nächsten grösseren Stadt im Südwesten des Landes. Dort stiegen wir in einen weiteren Chickenbus welcher uns dann zur Grenze nach El Salvador brachte (Total Aufenthalt in Honduras ca. 3,5 Std.). Dieser Grenzübergang, wiedermal mit dem Rucksack über eine Brücke gehend, verlief problemlos. Den Weg zum Busstopp haben wir, obwohl es bereits dunkel war, auch noch geschafft. Dort haben uns Jungs aus dem Bus „Gringos!“ (Amis!) nachgerufen, woraufhin Roman antworte „No Gringos, Cheles!“ (keine Amis sondern Weisse!) ganz zur Unterhaltung der älteren Passagiere. Als wir im Bus sassen kam ein kleines 6-jähriges Mädchen zu uns und hat uns zuerst einfach nur angestarrt, wie Roman ist, hat er ihr die Angst mit freundlichen Worten und einem Lächeln genommen und sie begann mit uns zu plaudern. Bald darauf kamen dann auch die anderen Kinder zu uns und haben uns gemustert. Wie sich herausstellte hatte ein Mädchen an diesem Tag Geburtstag. Jedoch gab es für sie weder Geschenke, noch etwas spezielles zu Essen zu Hause oder sonst was. Wiederum ganz Roman hat er kurzerhand eine Tafel Schweizer Schokolade und einen Stift ausgepackt und ihr übereicht. Die Freude des Mädchens und das funkeln in ihren Augen war unbeschreiblich! Bald darauf stiegen die Kinder und ihre Mütter aus dem Bus aus und wir kamen kurze Zeit später an unserem Zielort an und bezogen unser bisher vornehmstes Hotel (weil es halt direkt neben der Bushaltestelle war und es in diesem Ort nicht empfehlenswert war, um diese Zeit noch etwas zu suchen).

Der Süden von Nicaragua, 10.-16.11.2012

Unser erstes Ziel in Nicaragua hiess San Juan del Sur. Ein Städtchen an der Pazifikküste und ein Surferparadies wie wir sehr bald feststellten. Das erste Abendessen genossen wir an der malerischen Bucht mit Sunnenuntergang. Zurück im Hostel stetzten wir uns an die Bar der Dachterrasse und lernten einige Leute kennen, bevors dann mit der Barkeeperin und einigen anderen wieder mal in den Ausgang ging. Hier steppte der Bär und wir durften feststellen, dass in diesem Land durchaus aktzeptabler Rum hergestellt wird.  :-)

Den nächsten Tag erholten wir uns dann von der langen Nacht vorwiegend im Hostel. Ein richtiger Backpackerplatz, voll mit Reisenden aus aller Welt. Im Innenhof wuchsen tropische Pflanzen und dazwischen luden Hängematten und Sofas zum Verweilen ein. Unsere Unterkunft arbeitete mit einem Schildkröten-Schutzprojekt in der Nähe zusammen und nachdem man uns mitteilte, dass sie in den nächsten Nächten die grosse Ankunft zum Eierlegen erwarteten, entschlossen wir uns einen Abendausflug dorthin zu buchen. Am vorhergehenden Abend hat die Tour einige Dutzend Tiere gesehen und so sind wir, nach einer kurzen Einführung, gespannt abgefahren.
Am Strand (ca 2km lang und einer von 7 Nistplätzen für diese Olive Ridley Turtles weltweit) angekommen hats uns die Sprache verschlagen. Zu Tausenden sind sie aus dem Wasser gekrochen, den Strand hoch, Löcher gebuddelt, Eier gelegt, zugeschaufelt, fest gedrückt und wieder zurück ins Wasser! Was für ein Erlebnis! Abgerundet von klaren Himmel mit besten Sicht auf Sterne und Milchstrasse! Es hiess wir sollten 3m Abstand halten, ein Ding der Unmöglichkeit! Die Turtles (immerhin 50-70cm lang) haben uns regelrecht überrannt! :-) Ständig mussten wir wieder einen freien Platz suchen, was gar nicht so einfach war... sie waren einfach überall! Im Nachhinein teilte man uns mit dass dies DIE Nacht der Nächte war und zwischen 45000 - 60000 Tiere an diesen Nistplatz kamen. So was lässt sich nicht planen, wir waren einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort!

Am folgenden Tag verweilten wir ein wenig in der Stadt und am Stand.
Von anderen Reisenden hatten wir gehört, dass die naheliegende Isla de Olmetepe (zwei Vulkanberge im grössten See Zentralamerikas) einen Besuch wert sei und so beschlossen wir uns am nächsten Tag dorthin zu begeben.

An der Bushaltestelle kamen wir ins Gespräch mit Melanie und Claudius, einem Pärchen aus Deutschland welche wie wir ebenfalls auf die Insel wollten. So teilten wir uns das Taxi an den Pier und bestiegen das Boot, welches nicht gerade einen sehr vertrauenswürdigen Eindruck machte. Eine Stunde tuckern später waren wir froh, die Insel heil erreicht zu haben. Zusammen setzten wir uns mal wieder in einen Chickenbus (ein alter amerikanischer Schulbus, der so genannt wird, weil eben auch mal Hühner mitfahren) fuhren ins Hotel welches wir uns ausgesucht hatten. Wiedermal wurden wir im Nirgendwo rausgelassen und eine Staubpiste führte uns dann ca. 1 km weit zum Hotel. Zu viert nahmen wir uns dann ein grosses Zimmer direkt am kleinen Strand.

Mit unseren neuen Freunden gings am nächsten Tag auf eine kleine Wanderung zum Mirador, von wo man die beste Aussicht auf Bucht und die Vulkane haben sollte. Naja, es hat uns nicht gerade die Sprache verschlagen, aber dafür fanden wir eine Canopy-Anlage vor. Zusammen mit dem deutschen Pärchen beschloss Roman sich dies zu gönnen, während sich Judith mit der Kamera auf die Lauer legte. So montierten wir Gstältli und kriegten eine kurze Einführung, bevor der Erste von uns ans Seil gehängt wurde. Und dann ging die rasante Fahrt los! Die Seilbahnen fürten von Baum zu Baum, durch und über den Dschungel und manchmal auch mitten durch einen Baum hindurch! Insgesamt 10 kurze oder längere Seilstrecken besass die Anlage und zwei Mal gabs noch einen "freien Fall" dazu, bei denen weiche Knie die Folge waren! (Insbesondere, weil ich das erste Mal nicht vorbereitet auf das Folgende war...) Bei der längsten und steilsten Strecke erreichten wir rasante 55 km/h und die Bremshandschuhe rauchten danach gehörig! Wir hatten einen Heidenspass! :-) Danach ging die Wanderung durch ein schönes Naturschutzgebiet wieder zurück ins Hotel.


Am nächsten Tag verabschiedeten wir uns bereits wieder von der Insel und den Anderen, welche sich entschlossen noch eine Nacht zu bleiben. Anstatt dem verlotterten Boot entschieden wir uns aber diesmal für die moderne Fähre!
Wir hatten den Tipp zu einem Treehouse-Hostel erhalten und so machten wir uns auf den Weg dorthin. Nachdem uns der Motorrad-Taxifahrer im Wald ausgeladen hatte, mussten wir mit unseren schweren Rucksäcke erst eine kleine Anhöhe erklimmern, bevor wir schnaufend im Hauptbaumhaus bei der Reception ankamen.
Ein Baumhaus im eigentlichen Sinne war das Ganze nicht, aber immerhin einige Holzhäuser an einen Berghang gebaut, eine Hängebrückenkonstruktion und zwei Plattformen in den Bäumen. Und alles idyllisch mitten im Dschungel. Auch der Sonnenuntergang war spektakulär. Bloss Luxus hatte die Unterkunft jedoch definitiv nicht zu bieten.. Judith hatte es nach dem ersten Besuch im Plumpsklo schon gehörig gestunken und das obwohl wir uns mittlerweile schon einiges gewöhnt waren. :-)  


Jedenfalls fiel es uns nicht schwer diesen Platz am nächsten Morgen wieder zu verlassen und in Richtung Hauptstadt (Managua) weiterzuziehen. Diese liessen wir aber gekonnt links liegen (bei unserem gestopften Reiseprogramm mussten wir doch schon einiges weglassen) und fuhren gleich weiter nach Leon. Die zweitgrösste Stadt Nicaraguas ist bekannt für Vulkanadventures und so schrieben wir uns direkt nach dem einchecken für einen Zweitageshike ein.