Mittwoch, 8. Mai 2013

Mexico DF y Guadalajara - 23.-28.12.2012

Eine kurze, zweistündige Busfahrt brachte uns von Cuernavaca in die Millionenmetropole Mexico DF (City). Kurz nach dem Mittag bezogen wir unser kleines Hostel in der Nähe vom Zentrum. Da wir davon ausgingen, dass vieles über die Weihnachtsfesttage geschlossen sein wird, eilten wir schon bald in Richtung Museo Archeologigo National. Der Spaziergang führte uns durch einen grossen, belebten Park und schon bald zu unserem Ziel.



 



Dieses Museum ist riesig und damit man alles anschauen kann, sollte man mindestens 2 Tage einplanen. Diese Zeit hatten wir jedoch nicht und so entschlossen wir uns nur die wichtigsten Räume/Hallen zu besichtigen. Alles ist gegliedert nach den einzelnen Kulturen des Landes. Die Mayas kannten wir mittlerweile schon recht gut, aber hier sind die grössten Schätze von den einzelnen Stätten ausgestellt. Die grosse Grabplatte aus Palenque oder die berühmte Figur des Chac Mool aus der inneren Pyramide des Kukulkan. Sensationell!







Von dort gings weiter zu Olmeken, Azteken (das imposante Sonnensteinrad!), Tolpeken und weiteren kleineren indigenen Völkern. Den Abschluss bildete die Hochkultur von Technotitlan und ein Modell von Teotichuacan, der ehemaligen Kulturhauptstadt, welche ursprünglich in einem See gebaut wurde, dort wo sich nun die Hauptstadt DF ausbreitet.











Nach knapp 4 Stunden Rundgang und bestaunen von Tausenden Artefakten und Überbleibseln aus Jahrhunderten mexikanischer Kulturgeschichte, waren wir begeistert aber nudelfertig! Dieses Museum mit all seinen unterschiedlichen und hervorragend präsentierten Ausstellungen ist wohl das Beste welches ich bisher weltweit besucht habe und sollte bei einem Mexicoaufenthalt unbedingt angeschaut werden.

Abends gingen wir aus in der Zona Rosa, unser Quartier, erkunden und waren positiv überrascht. Einige Bettler sprachen uns zwar um Weihnachtsgeld an, eine hohe Polizeipräsenz sorgte aber dafür, dass wir uns durchaus sicher fühlten als wir uns gegen 11Uhr auf den Rückweg begaben.



Unser Zimmer im Guesthouse war ein Aufbau auf der Dachterrasse (blau) und am nächsten Tag machten wir es uns dort oben gemütlich und skypten (gratis Internettelefonie für die, die es noch nicht kennen) mit unseren Freunden und Familien zuhause, bevor die dann an die Weihnachtsfeiern durften.


Judiths Eltern teilten uns mit, dass sie vor vielen Jahren hier in einem Swiss-Chalet gegessen hatten. Der Gedanke an ein heimisches Fondue liess uns das Wasser im Munde zusammenlaufen und nach kurzer Internetrecherche, fanden wir heraus, dass sich dieses Restaurant ganz in unserer Nähe befand.


So gingen wir am Nachmittag voller Vorfreude los, um uns einen Tisch für den Abend zu reservieren. Wir fanden das Chalet auch bald, es war jedoch geschlossen und machte von aussen einen ziemlich heruntergekommenen Anschein. Wie uns Einheimische aus den Läden drumrum dann mitteilten, hatte das Lokal leider vor einigen Monaten dichtgemacht. Zu früh gefreut!


Abends streiften wir wieder durchs Quartier auf der Suche nach einem adäquaten Ersatz, aber die meisten Restaurants waren geschlossen oder entsprachen nicht unseren Vorstellungen. Hungrig und ein wenig deprimiert nahm ich dann mal einen Hot Dog von einer Strassenverkäuferin, welche mich nur mit "mi amor" ansprach. Judith entschied sich für ein halbes Huhn und etwas Chips von einer Polleria, welche es in Mexico an jeder Strassenecke gibt. Mit etwas Bier und Wein ausgerüstet, setzten wir uns dann wieder auf unsere Terrasse und stiessen auf unseren ungewöhnlichen Heiligabend an. Bald darauf setzten sich noch zwei australische Töffreisende zu uns, welche als Weihnachtsmahl auch nur Hot Dogs vom Seveneleven ergattern konnten. Ein Amerikaner, der als Lehrer in Mexico arbeitet, vervollständigte unsere Runde und wir verbrachten einen amüsanten Weihnachtsabend im Hotel.

Spannend war dann noch die mexikanische Tradition welche wir von oben herab im Nachbarshinterhof beobachten durften. Gegen Mitternacht schlagen die Kinder auf einen grossen, aufgehängten "Ballon mit Spitzen" ein, bis dieser aufbricht und Süssigkeiten herausfallen. Die Kinder nebenzu waren noch am rumtollen, als wir uns schlafen legten.







Am nächsten Tag gabs morgens eine "Liveschaltung" in den Familienbrunch der Familie Marty. Super wenn man trotz grosser Distanzen ein wenig bei den Liebsten sein darf.


Am Nachmittag brachte uns die Metro, welche eine Station direkt vor unserer Türe hatte, in die Innenstadt. Die Plätze, Parks, Strassen und Gassen wimmelten nur so von fröhlichen Gesichtern. Uns gefiel diese Stadt immer besser. Das Beste kam aber als wir den grossen Hauptzocalo betraten, wo diverse Winteraktivitäten bereitgestellt wurden. Von einer grossen Schneerampe konnte man in Pneureifen heruntergleiten, auf einem Eisfeld mit Schlittschuhen Piruetten drehen, Kinder durften Schneemänner aus Förmchen machen und es gab sogar eine Rundpiste wo man als Passagier eine Runde auf einem Schneetöff mitfahren konnte. Es herrschte ein Treiben wie auf einem Weihnachtsmarkt, nur dass die Stände statt Schümlipflümli oder Holdrio Glace verkauften. Auch wenn wir das Ganze bei 30 Grad als energetischen Schwachsinn betrachten, war es doch spannend den Einheimischen dabei zuzusehen. Viele von ihnen werden wohl kaum je richtigen Schnee sehen.






















Die Nacht verbrachten wir mal wieder in einem Bus, welcher uns nach Guadalajara führte. Es ist die zweitgrösste Stadt in Mexico und vorallem ein Industriestandort. Andere Reisende hatten uns ein nettes Hotel empfohlen. Als uns das Taxi um 7 Uhr morgens dort auslud, war jedoch noch niemand am arbeiten. Nach einigem Klopfen öffnete uns ein Gast, eine ältere New Yorkerin. Sie machte uns Kaffee und zusammen setzten wir uns auf die schöne Terrasse, genossen die wärmenden Sonnenstrahlen und warteten aufs Personal. Gegen neun Uhr konnten wir dann doch mal einchecken. Mittlerweile ein wenig reisefaul und auch traurig, dass wir Lateinamerika nach 5 Monaten nun in Kürze verlassen werden, verbrachten wir den Tag mit im Hotel mit Mails beantworten, Blog und Postkarten schreiben und Onlinezeitungen lesen.



Für den Folgetag stand nur ein wichtiger Programmpunkt auf der Liste. Wir mussten eine Poststelle finden um wiedermal ein Paket heimzuschicken. Unsere Rucksäcke hatten dank Souvenir-und Kleidereinkäufen stetig an Gewicht zugelegt. Ja wir schleppten sogar noch 1, bzw. 1.5kg Kaffeebohnen aus Kolumbien mit uns rum... ab nach Hause damit!
 
Wir brachten unsere farbigen Supermarkt-Kartonboxen also zur Post, wo uns die Angestellte freundlich mitteilte, dass wir unsere Pakete mit Packpapier verkleiden müssten, sonst könne sie sie nicht annehmen. Es gäbe aber auf der Strasse eine Papeterie die solches verkaufe. Das bekam ein Einheimischer mit, der auch gerade eine Lieferung aufgegeben hatte und er gab uns einige Bogen Packpapier und Klebeband. Wiedermal überraschte uns die Hilfsbereitschaft der Bevölkerung positiv. So kamen wir unverhofft sogar noch zum "Gschänkli ipacke". Nachdem wir die Zolldeklaration ausgefüllt hatten und unsere 6, bzw. 7 Kg-Pakete alle Anforderungen erfüllten, durfte ich noch einige Blocks zum nächsten Bankomaten laufen, da die Möglichkeit der Plastikgeldbezahlung nicht bestand und wir unsere Pesos aufgebraucht hatten. Danach schlenderten wir noch ein wenig durchs Zentrum, konnten uns aber nicht mehr wirklich motivieren noch eine Kirche oder eine Sehenswürdigkeit anzuschauen und so gingen wir noch was essen und bald schon wieder zurück ins Hotel.

Am Morgen vom 28.12 brachte uns ein Taxi zum Flughafen und beim Gepäck ausladen drückte der Fahrer der verblüften Judith noch ein kleines Süssigkeitensäckli in die Hand. Einfach so.
Beim warten auf den Flug nach LA wurden wir dann doch ziemlich melancholisch. Irgendwie wollten wir nicht so wirklich gehen. Zu gut hatte uns die Zeit in den spanischsprechenden Ländern gefallen. So viele gute Erlebnisse und nette Bekanntschaften durften wir machen, so viele interessante Orte haben wir gesehen, so viele Abenteuer erlebt. Aber wir freuten uns auch auf das Kommende. Schliesslich gehts über Silvester nach Hawaii! :-)


Puerto Escondido, Acapulco, Cuernavaca, 16.12. – 23.12.12

Roman kam nach einer 30 stündigen Reise morgens um 8 Uhr an und kam direkt ins Hotel. Anstelle sich ins Bett hinzulegen gingen wir zusammen an den Beach und haben dort etwas gefrühstückt und Roman hat sich in sein Buch vertieft.






Später traffen wir Jeegs und Juan im altbewähren Beachlokal mit den gratis Liegestühlen. Wir gingen abwechselnd ins Wasser und hatten riesen Freude an den Wellen. Diese waren stark, gross und ein wenig gefährlich! Aber wir hatten alle grossen Fun! Wir versuchten die richtigen Wellen zu erwischen damit wir mit unserem Körper darauf surfen konnten. Manchmal hat es uns so richtig „verhudlet“!!! Manchmal konnten wir noch rechtzeitig unten durch tauchen und manchmal hat es sogar geklappt mit dem Bodysurfen!



Nach dem Sonnenuntergang gingen wir uns alle frisch machen und trafen uns zum Abendessen. Danach gabs noch einen Schlumi an der Beach bevor die beiden Herren müde zu Bett gingen. Jeegs und ich hingegen (die beiden junggebliebenen Hühner) haben uns noch auf der Hotel/Hostel Terrasse getroffen, mit eine Flasche Rotwein bewaffnet und hatten noch super Gespräche. Diesen Tagesablauf hatten wir eigentlich die nächsten 3 Tage. Immer begleitet von einem Stadtfest, welches vor allem abends und halbe Nacht stattgefunden hat. Mit farbenfrohen Umzügen, lauter Musik (ähnlich unserer Guggenmusik aber eher für Amateure), Heiligenfiguren und viel Tanz und Alkohol. Dies fand alles auch direkt hinter unserem Hotel im Kirchgebäude statt. Nicht zu vergessen sind natürlich die lauten Knaller, welche den ganzen Tag abgefeuert wurden. Jeegs nahm zwischenzeitlich noch Spanischstunden in einer Schule im Dorf und Juan hat sich ein Surfbrett gemietet. An einem Tag gingen wir zum benachbarten Beach mit weniger Wellen dafür mehr Einheimischen.



Bald kam dann auch schon unser letzter Abend. Nachdem Roman und ich ein Busticket für den nächsten Morgen gekauft haben, beschlossen wir, an den nahegelegenen, etwas touristischeren Beach mit mehr Restaurants und Bars, zu laufen. Wir hatten riesen Spass! Jeegs hat uns dann überredet, es gehört sich ja so in Mexico, noch zusammen einen Tequilla zu trinken. Dieser war so fein und zart, man hat ihn im Rachen fast nicht gespürt. Bald ging es uns allen schon sehr gut und wir haben Sprichwörter und Redewendungen in den einzelnen Sprachen (Spanisch, Englisch und Deutsch) ausgetauscht und übersetzt. Spannend wie viel Ähnlichkeiten wir teilweise hatten. Bald darauf gabs nochmals einen Tequilla und noch mehr zu trinken und gegen 4 Uhr morgens gings dann mal ins Bett. Nicht schwer zu glauben, aber Roman und ich haben den Bus um 8 Uhr promt verpasst… Als wir uns dann alle wieder am Beach getroffen haben, in Juan sind wir reingelaufen der seinen Augen zu Beginn nicht traute und Jeegs haben wir einen Zettel unter der Türe durchgeschoben, liessen wir den Vorabend Revue passieren und lachten wieder sehr viel.

Ich weiss nicht genau wie, aber Roman hat noch Kraft gefunden, an diesem Tag eine super coole, riesige Sandburg zwischen zwei Steine zu bauen. Zu Beginn hat er die Lage inspiziert, dann etwas im Kopf zusammengestellt und mit einem Teil begonnen. Eine Burg mit Spitzen auf einem Stein. Dies in der brühenden Hitze des Tages nach einem durstigen Vorabend. Nach einer Pause hatte er sich wieder aufgemacht, um sein Werk fortzusetzen. Dies beinhaltete eine Brücke zwischen den beiden Steinen, ein weiterer Burgteil und eine rampenähnliche Auf-/Abfahrt. Sehr geschickt mit blossen Händen und etwas Wasser erstellte er dieses Meisterwerk. Viele Leute blieben stehen und haben ihm zugeschaut, andere machten Fotos und jemand hat ihn sogar gefilmt. Nach ca. 4 Stunden harter Arbeit war das Werk vollendet. Noch mehr Leute kamen und wollten mit ihm sprechen und ihre Bewunderung aussprechen. Roman wurde berühmt. Dieses Werk wurde dann „Judith’s Castle“ getauft:) (Er war mir noch eine schuldig und ich habe "gestürmt" bis ich sie bekommen habe *smile*)




Diesen Abend gingen wir eher ruhig an, kauften nochmals ein Busticket für den nächsten Morgen (der Verkäufer erkannte uns noch), und gingen früh schlafen. Am nächsten Morgen liefen wir pünktlich zur Busstation und fuhren ca. 8 Std. bis nach Acapulco.


Da unser Reiseführer diesen Teil von Mexico nicht mehr abdeckte und Roman von seiner letzten Reise her noch ein Hotel kannte, nahmen wir ein Taxi in das etwas teurere aber sehr schön auf einer Klippe gelegene und geschichtlich bekannte „Alt-Hollywood“-Hotel Los Flamingos. Gerade rechtzeitig für den Sonnenuntergang. Heute war der 21. Dezember 2012 an dem eigentlich die Welt untergehen sollte, bzw. der Mayakalender endet. Dies war auch in Mexico ein grosses Thema und wurde vielerorts mit Fiestas gefeiert. Von all dem Tumult haben wir jedoch nichts mitbekommen.

Weil wir nun einen Tag in Puerto Escondido verloren hatten, mussten wir leider bereits am nächsten Tag wieder weiterreisen. Unser Ziel war Cuernavaca, wo Roman von der letzten Reise her einen Freund hatte. Als wir abends dort angekommen waren riefen wir ihn an und er lotste uns zu der Anwaltskanzlei wo er arbeitete. Dort fand zur Zeit, an einem Samstagabend, ein Weihnachtsessen der Kanzlei statt. Ein Sicherheitsmann öffnete uns die Türen und zeigte uns einen Platz wo wir unsere Rucksäcke ablegen konnten. Von weitem sah uns Carlos und kam zu uns. Die Freude zwischen Carlos und Roman über das Wiedersehen war ihnen ins Gesicht geschrieben. Carlos fuhr uns dann kurz zum Haus seiner Schwiegereltern, wo wir das Kinderzimmer seiner Frau beziehen durften. Wir machten uns kurz frisch und er fuhr uns in die Nähe des Zentrums. Hier konnten wir etwas Essen (Mac) und dann gings zum Zocalo. Roman kannte sich noch aus und konnte mir einiges erzählen. So fanden wir dann auch eine Strasse mit mehreren Bars. Obwohl hier in Mexico eigentlich auch das Rauchen in Lokalen verboten war und überall an den Wänden Rauchverbotsaufkleber hingen, interessierte dies hier niemanden so recht. Wir fanden dann eine Bar mit einer Livemusik. Zwei unterschiedliche Typen, einer an der Bassgitarre welcher eher Rock spielte und einer am „Synthi“ der eher Technomusik machte. Eine sehr interessante Mischung.
Nach einer Weile nahmen wir das Taxi wieder in Richtung Anwaltskanzlei wo uns Carlos nach dem Essen erwartete. Somit wurden wir wieder reingelassen und befanden uns vor einem gossen mit Zelten überdachten Bereich, einerseits mit Tischen und Stühlen, andererseits mit einer farbigen Tanzfläche. Carlos stellte uns seiner Frau Suhaeily vor, welche Roman auch schon kannte. Roman und Carlos fanden bald wieder super Gespräche in Englisch. Ich hingegen versuchte mich mit Suhaeily weiter auf Spanisch zu unterhalten. Wir durften hier auf Geschäftskosten bei einem Kellner etwas zu Trinken bestellen. Mit guter Stimmung befanden sich Carlos und Roman schon bald mit vielen anderen Gleichgesinnten auf der Tanzfläche. Als dann ein traditionelles Lied gespielt wurde und Roman die Tanzbewegungen erklärt wurden befand er sich inmitten von Einheimischen und tanzte was das Zeugs hielt. Auch mir wurden die Schritte und der Hintergrund dieses Liedes erklärt und die Frauen, inkl. mir, tanzen auch auf der Tanzfläche. So gings weiter, bis das Catering Feierabend hatte. Mit ein paar Restflaschen bewaffnet verschob sich der verbleibende Rest in einen Aufenthaltsbereich der Kanzlei wo die Party weiter gehen konnte. Wir wurden von allen sehr herzlich in Empfang genommen und fühlten uns willkommen. Zu später Stunde zeigte uns Carlos noch eine Reihe Fotos welche er rund um das Fest der Toten (1. November) gemacht hatte und erläuterte und verschiedene Bräuche und Sitten. Sehr spannend, tiefgehend und voller Traditionen. Unser nächster Besuch in Mexico sollte unbedingt dieses Datum beinhalten.


Da wir erst sehr spät nach Hause kamen, Suhaeily fuhr uns zu ihrem alten Daheim, sahen wir die Eltern erst am nächsten Morgen. Auch diese haben uns mit offenen Armen willkommen geheissen und waren fast schon ein wenig enttäuscht, dass wir uns bereits wieder auf den Weg in Richtung Mexico City machen mussten. Zuerst gingen wir jedoch mit Carlos und Suaheily in einem lokalen Market etwas Frühstücken. Danach ging es mit dem Bus in Richtung Hauptstadt, Mexico DF.

Mexico, Merida - Puerto Escondido - 10.-15.12.2012 (Roman)





Mein nächster Bus führte nach Campeche. Diese Kolonialstadt an der Golfküste hat ein superbuntes Zentrum. Wie ich mir erklären liess, sei dies die einzige Stadt im Mexiko, in der die Stadtregierung jedes Jahr auf Staatskosten die Maler vorbeischickt. Dementsprechend gepflegt kommt die Innenstadt auch daher.
Ursprünglich eine Festungssiedlung gegen Piraten, stehen heute nur noch einige Teile der Stadtmauer und die Überreste der Kanonentürme. Bei einem ausgedehnten Spaziergang lernte ich die Gassen, Plätze und die Geschichte von Campeche ein wenig kennen.
Abends im Hostel leisteten mir zwei junge Einheimische Gesellschaft. Sie absolvieren Englisch- und Deutschkurse und ich war ein dankbarer Partner zum üben. Nebenbei konnte ich auch an meinem Spanisch feilen. Wiedermal war ich in einem Dorm (Massenschlag) einquartiert. Den Raum mit 20 Betten teilte ich jedoch nur mit einem älteren Mexikaner. Gegen 10 Uhr abend "führte" der mich dann auch noch auf eine heisse Chili-Schokolade aus (ungeniessbar!) und erzählte mir seine Lebensgeschichte. Eigentlich wohnt er in Mexico City, da die Behandlung seiner Krebserkrankung hier aber einen Bruchteil kostet wie in der Hauptstadt, lebt er nun zeitweise hier. Mir wurde mal wieder vor Augen geführt, dass das Leben nicht nur schöne Stories schreibt!

Am nächsten Tag gings wieder früh auf die fünfstündige Fahrt nach Palenque. Die aussergewöhnlichen Ruinen hier, konnte ich bei meinem letzten Mexicoaufenthalt noch nicht besuchen, was ich natürlich nachholen musste! :-) Als Quartier hatte ich mir El Pachan, eine kleine Touristensiedlung vor den Toren des Nationalparks, ausgesucht. Als ich dort ankam, stellte sich das Ganze jedoch mehr als eine Hippie- und Aussteigerkomune dar. Sechs Bungalowanbieter, ein Restaurant und zwei Bars verteilt im Dschungel. Da im Dezember das weltgrösste Hippiefestival (Rainbow) in der Nähe stattfand, waren die Better gut belegt. Schliesslich fand ich dann aber noch einen Schlafplatz für die Nacht, wenn auch in einer ziemlich heruntergekommenen Bretterbude. Das Vorabendbier brachte mich in Gesellschaft von zwei Holländern, einer Deutschen, eines Moskauers mit koreanischen Wurzeln, sowie einigen lokalen Rastas (Dreadlock-Haarpracht) die sich mit einer geübten Selbstverständlichkeit am Bier und den Zigaretten der Touristen bedienten.

Da der Abend entgegen meiner Erwartung bis tief in die Nacht andauerte, entschloss ich mich mit den Anderen beim Frühstück den Ruinenbesuch auf den nächsten Tag zu verlegen. Da mein Schlafplatz definitiv nichts schönes war, wechselte ich die Unterkunft. Der kleine Aufpreis bescherte mir gemauerte Wände ohne Schimmel und ein anständiges Bett. Den Tag verbrachte ich schreibend an meinem Manuskript und beobachtete die zum Teil schon sehr schrägen Hippies. Abends war dann wieder gemütliches Beisammensitzen angesagt und zu unserer Unterhaltung gaben sogar noch einige Hippie-Hobbymusiker ihr Können zum Besten und andere spielten mit dem Feuer...

Am nächsten Morgen begab ich mich dann in der Frühe in Richtung der Ruinen. Ich entschloss mir das Taxi für die cirka 4 Km Weg zu sparen und lief los. Keine 100m später hielt ein nobler BMW X5 neben mir und die junge 4-köpfige Familie aus Mexiko City lud mich ein mich mitzunehmen. Selbstverständlich nahm ich das Angebot gerne an und so wurden einige Spielsachen beiseite geräumt, damit ich Platz hatte. Es war etwa 9 Uhr als ich die Ruinen betrat und zwischen den Bauwerken lösten sich die letzten Nebenschwaden auf. Die Szenerie war geradezu mystisch.
Kaum kletterte ich vom ersten Tempel runter, wurde mein Name gerufen und über die Wiese kam Judith mit ihrem spanischen Reisebegleiter Juan herbeigelaufen. Per Zufall suchten wir uns denselben Tag und die gleiche Uhrzeit für die Besichtigung aus. Gemeinsam schauten wir uns einige der beindruckenden Überbleibsel und Rekonstruktionen der Mayas an. Die aufgehende Sonne sorgte für ein drückendes, schwülwarmes Klima in der Stätte, welche von dichten Dschungel umgeben ist. Im Verlaufe des Morgens trennten sich unsere Wege dann wieder.

Wieder alleine liess ich noch eine Weile den Zauber dieses Ortes wirken. Die erstaunlich gut erhaltenen/z.T. restaurierten Wanddekorationen und Stelen sind spannende Zeugnisse alter Hochkultur. Ein weiterer, etwas abgelegener Teil der Ruinen war überwuchert von Vegetation. Sanfte Kaskaden von einem dahinplätscherden Flüsschen machten die Idylle perfekt.
Als ich kurz nach Mittag zurück nach El Pachan kam, stolperte ich unerwartet über meinen finnischen Kollegen Mika der ziemlich frustriert war, weil seine Suche nach einem Bett erfolglos verlief. Da ich ja ein Zweierzimmer hatte, entschloss ich mich spontan noch eine Nacht länger zu bleiben und mit ihm die Unterkunft zu teilen. Seine Freude über das Angebot bescherte mir dann noch das eine oder andere Bier und zusammen mit den Holländern verbrachten wir einen weiteren amüsanten Abend.





Am nächsten Tag gings dann nach Palenque, wo ich mir die Busverbindungen nach Puerto Escondido anschaute, da ich wusste, dass Judith bereits dort ist. Ich entschied mich für die etwas längere, aber angenehmere Route über Oaxaca. Dank einem massiven Stau in der Nacht, dauerte diese Fahrt aber knapp 18 Std. und ich verpasste meinen Anschlussbus.
Statt 9 Uhr morgens musste ich den Bus um 10Uhr abends nehmen. Was nur halb so tragisch war, da ich dafür den Tag in der wunderbaren Künstlerstadt Oaxaca verbringen konnte, welche ich vom letzten Besuch her schon kannte. Ein weiterer Nachtbus brachte mich dann in 9 Std. nach Puerto Escondido, wo ich frühmorgens auf eine völlig übernächtigte Judith traf.

Montag, 22. April 2013

Mexico, Merida bis Puerto Escondido, 09.12. – 15.12.12 (Judith)

Als wir mit dem Bus in Merida angekommen sind haben sich unsere Wege nun getrennt. Ich fuhr mit dem Taxi in die Innenstadt, wo sich direkt am Zocalo mein Hostel befand. Ein altes majestätisches Gebäude mit hohen Räumen, die Küche und der Aufenthaltsbereich offen genau wie das Frauenschlafzimmer. Dort eingenistet begab ich mich in die Innenstadt. Da Sonntag war befanden sich viele vor allem Einheimische auf dem Platz und den abgesperrten Strassen. Dort fand auch eine Art Theater statt wo sie eine traditionelle Hochzeit nachspielten, voller Farben und  Musik. Ich ging dann die Innenstadt ein wenig erkunden. Als ich zurück an den Hauptplatz kam, tanzen die Einheimischen zu traditioneller Live-Musik.



Dort sind sich Roman und ich dann über den Weg gelaufen. Er kam kurz mit rauf in mein Hostel, wo er bemerkt hatte, dass er vor einigen Jahren auch schon dort war. Später lernte ich Hnoi kennen. Sie ist 45 Jahre alt, ursprünglich aus Thailand, arbeitete ca. 8 Jahren in den Staaten und seit 15 Jahren in Mexico. Jetzt sei es Zeit, etwas vom Land zu sehen, weshalb sie sich ein Auto gemietet hat und in Richtung Uxmal fährt. Da dies auch eines meiner Ziele war und wir uns sehr gut verstanden haben bot sie mir an, mitzufahren. Super!
Am nächsten Tag startete mein erstes Reiseabenteuer alleine. Wir sind vom Autoverleih abgeholt worden und konnten das Auto am Flughafen in Empfang nehmen. Da sie perfekt spanisch konnte und einen einheimischen Ausweis hatte, ging das Ganze ziemlich schnell. Unser erstes Ziel war die Hacienda „Sotuta de Peon“, was heute eigentlich ein Museum ist welche sie originalgetreu inkl. Maschinen restauriert haben. Früher wurden dort Produkte aus Agaven hergestellt, vor allem Schnüre für z.B. Rossgespann, Schuhe, Hängevorrichtungen etc. Wir wurden durch die Hacienda geführt, zu den Arbeiterunterkünften und den Maschinen.

















Zuletzt wurden wir mit Ross und Schinenwagon durch die Plantagen geführt und das aufwändige Prozedere mit der Ernte wurde uns näher gebracht. Zuletzt kamen wir zu einem älteren Herrn. Er arbeitete früher auf der Plantage und kannte die Maschinen. Da er diese somit als einer der Einzigen noch kannte, wurde er herbeigezogen um die Hacienda zu renovieren. Nun, mit 83 Jahren, erzählt er den Touristen auf „Quechua“ (die alte einheimische Sprache) was er alles erlebt hat. Unser Junger Guide übersetzte alles ins spanische. Danach durften wir noch Fotos mit ihm zusammen machen, anscheinend erscheint sein Bild öfters als die Hacienda selbst wenn man auf Google-Suche geht. Er ist ja auch sehr sympathisch!



Nach dieser Interessanten Führung fuhren wir in Richtung Uxmal-Ruinen. Dort angekommen haben wir ein Hotel bezogen, welches ganz in der Nähe der Ruinen war. Auf dem Ruinenparkplatz habe ich einen umgebauten Camper mit Schweizer Autonummer gesehen. Kurz darauf auch die Fahrer, mit welchen ich ein wenig über ihre zwei Jahre rund um die Welt gesprochen habe. Um 18.00 Uhr begann dann die Nacht-Licht-Show in den Ruinen. Der Eintritt hat nur 4 Dollar gekostet, dauerte 45 Min war aber leider eine Enttäuschung. Nur unkoordinierte Beleuchtungen der Ruinen und eine Stimme die in sehr schlechter Qualität eine Geschichte erzählt hat, die wenig mit der Ruinen zu tun hatte.

Am nächsten Morgen gingen wir dann früh, nochmals bei Tageslicht, in die Ruinen. Dies war etwas ganz anderes. Sehr imposant! Leider kann ich an dieser Stelle nicht mehr über die Geschichte oder Jahreszahlen oder ähnliches erzählen, dies ist normalerweise Romans „Aufgabe“:)





Hnoi fuhr mich ins nächste Dorf, wo ich per Zufall sofort einen Bus nach Campeche, meine nächste Destination hatte. Somit trennten uns unsere Wege. An der Busstation in Campeche angekommen wurde mir geholfen, den richtigen Bus ins Stadtzentrum zu erwischen. Leider hat mir niemand geholfen die richtige Station zum Aussteigen zu finden, somit habe ich eine 1,5 Stunden Stadtführung bekommen und habe die ganze Busroute mitgemacht. Beim zweiten Anlauf hats dann aber geklappt:) Im Hostel angekommen bezog ich meinen 8er Frauendorm mit Namen „San Roman“. Im Innenhof traf ich dann Juan, ein Spanier. Da wir beide am nächsten Tag nach Palenque fahren wollten, ein weiteres Dorf etwas weiter westlicher in der Nähe von Ruinen, beschlossen wir uns zusammen dort hin zu fahren.
Nach einem kurzen Frühstück  neben einem noch aktivem Töggelitisch nahmen wir ein Taxi zur Busstation, wo wir dann ein Ticket kaufen konnten. Normalerweise war Roman derjenige, der für uns gesprochen hat und ich nicht zum Einsatz meiner Spanischkenntnissen kam, nun sprach Juan… Hier traf ich Tobias (ein Deutscher der eine Weile in Spanien arbeitete) wieder. Ihn haben wir bereits nach den Ruinen in Chichen Itza getroffen. Nach einer ca. 6 Stunden Busfahrt kamen wir dann an. Abends traffe wir dann Tobias wieder. Juan hatte Befürchtungen, dass wir dann nur Deutsch sprechen und er nichts verstehen würde, da er anscheinend kein Englisch kann und Tobis und ich nicht so gut Spanisch. Es stellte sich dann aber heraus, dass es mit dem Spanisch sehr gut ging! Juan war wiederum sehr geduldig und hilfsbereit, Tobias und ich im Gegenzu auch willig spanisch zu sprechen. Hier haben wir dann auch das einheimische Biermischgetränk "Michelada" probiert...



Am nächsten Tag machten wir uns auf in die Ruinen, wo wir kurz nach dem Eingang Roman trafen (da wir am Vorabend kurz „gesmslet“ haben, wussten wir, dass beide die Ruinen besuchen). Roman und ich haben uns kurz ausgetauscht und dann wieder getrennt weiter auf den Weg gemacht. Wiederum wird an dieser Stelle Roman bestimmt mehr über die eindrücklichen Ruinen zu berichten wissen.





Juan und ich nahmen noch am selben Tag um 14 Uhr einen Bus. Unser entferntes Ziel war eigentlich Puerto Escondido, ein Beachdorf, jedoch mussten wir irgendwo zwischen halten. Da ich eher nicht in der kalten Bergstadt San Cristobal stoppen wollte fuhren wir weiter bis nach Tuxla. Dort kamen wir um ca. 21 Uhr an und wollten uns für den Bus am nächsten Morgen früh ein Ticket kaufen. Die Busse fahren jedoch nur nachts, wie wir erfahren haben. Der nächste noch heute um ca. 23 Uhr. Na gut, dann haben wir uns kurz abgesprochen und ein Ticket für diesen Bus gekauft

Dafür sind wir dann am nächsten Morgen bereits im warmen Puerto Escondido angekommen. Dort haben wir uns dann eine günstige Unterkunft gesucht und haben uns zuerst von den ca. 20 Std. Busfahrt erholt. Danach gings ab an den Beach!!!
Wir haben ein gemütliches Lokal am Ende der Beach gefunden mit sehr angenehmen und freundlichen Leuten. Dort habe ich dann am nächsten Tag auch Jeegs kennengelernt. Eine Londonerin die alleine 3 Wochen in Mexico Ferien macht. Wir verstanden uns auf Anhieb sehr gut. Somit fragte ich sie, ob sie am Abend schon etwas vor habe oder wir etwas zusammen unternehmen möchten. Wie sich herausstellte, waren sie und ich im selben Hotel untergebracht, welches ich in der Zwischenzeit gewechselt habe, weil es Roman und mir besser zusagt. Somit haben wir uns alle 3 am Abend vor dem Hotel getroffen und gingen etwas Essen. Für mich war dies eine Herausforderung: Jeegs spricht (fast) kein Spanisch und Juan (fast) kein Englisch, somit durfte ich übersetzten. Hier habe ich gemerkt, wie grosse Fortschritte ich in den letzten Tagen mit meinem Spanisch gemacht habe. Ich war froh, konnte ich meine Kenntnisse in den letzten Tagen mit Juan etwas anwenden, verfestigen und sogar verbessern!

Yucatan, Mexico, 1.-9.12.2012


Nachdem uns der Bus in Tulum abgeladen hatte, buchten wir zusammen mit unseren deutschen Reisegefährten als Erstes einen Tauch- und Schnorchelausflug für den folgenden Tag. Danach bezogen wir Zwei ein nettes, kleines Bungalow, ohne eigenes Badezimmer, dafür direkt am wunderbaren, weissen Strand. Auch wenn die Preise hier, in einem der touristischen Hotspots von Mexico einiges teurer (650 Pesos = ca. 47 CHF) ausfiel als wir von Zentralamerika gewohnt waren, einigten wir uns schnell, dass wir hier einige Tage entspannen wollten.

Um 8 Uhr trafen wir uns am nächsten Tag mit Manu und André beim Tauchshop und nachdem wir die benötigte Ausrüstung zusammengestellt hatten gings dann zu den "Cenotes". Diese sind eine geologische Spezialität der Yucatan-Halbinsel. Durch die Absenkung von Gesteinsschichten über Jahrhunderttausende entstanden riesige unterirdische Höhlensysteme, die sich zum Teil über dutzende Kilometer erstrecken und durch die auch Flüsse fliessen können. Als Cenote werden Löcher im Boden bezeichnet, welche durch Einsturz eines Hohlraums entstanden und so Zugang zu einer Grotte ermöglichen. Das Wasser in so einer Höhle kann bis zum Bodenniveau steigen (was dann wie ein Weiher im Wald aussieht) oder, wenn nicht geschlossen, auf Grundwasserniveau einige Meter unter dem Terrain. Die "Dos Ojos" (Zwei Augen), wo wir nach einer halben Stunde Fahrt eintrafen, sind Zweites.

Die Schnorchler Judith und André nahmen sich zuerst das zweite Auge vor, während Manu und ich die schwere Tauchausrüstung ins erste Loch runtertrugen. Von einem kleinen Steg gings ins klare Wasser rein. Von draussen sieht das Ganze aus wie ein kleiner natürlicher Pool, einmal abgetaucht öffnete sich jedoch die riesige Höhle vor uns.


Mit unserem Instruktor und mit Lampen bewaffnet, tauchten wir ein in diese faszinierende und mysteriöse Unterwasserwelt. Eine gespannte Leine (die sichere Route) führte uns in 2 -12m Wassertiefe an spektakulären Tropfsteinformationen vorbei und zwischen Stalagmiten und Stalaktiten hindurch. Ein spezielles und anfangs auch beklemmendes Gefühl zu wissen, dass sich über weite Strecken oberhalb nur massiver, rauer Fels befindet. Definitiv nichts für Klausophobiker und auch mein Pulsschlag hat sich zu Beginn massiv erhöht. Einmal dran gewöhnt, ist dies jedoch bestimmt eines der aussergewöhnlichsten Erlebnisse, welches man als Taucher erleben kann. Speziell wenn man von unten das farbige Spektakel der einfallenden und im Wasser brechenden Sonnenstrahlen geniessen kann. Die zwei mal 40min Tauchgänge vergingen wie im Fluge.

Auch unsere Schnorchler hatten einen guten Führer dabei und zirkelten ihre Atemschläuche, knapp unter der Felsunterkante und zwischen engen Stalaktiten hindurch, immer den niedrigen Luftkanälen entlang. So erreichten auch sie die "Bat Cave", eine dunkle Grotte wo unzählige Fledermäuse von der Decke hingen.
Nach ein wenig weiterem plantschen, war der Morgen dann viel zu schnell vorbei. Zurück in Tulum gingen wir einen Happen essen, bevors am Nachmittag dann zum ersten Mal an den Strand ging. Die nächsten 3 Tage verbrachten wir mehr oder weniger am Strand an der Sonne oder im Schatten unseres Bungalows und genossen das süsse Nichtstun. Auch eine Massage, natürlich zwischendurch ein Drink und amüsante Abende mit unseren neuen Freunden durften nicht fehlen.


Die bekannte Mayaruine von Tulum, wunderschön an der Küste gelegen, besuchte ich am dritten Morgen.
Archäologisch bietet sie nicht viel, aber die Lage ist spektakulär.
Da in letzter Zeit zwischen uns vermehrt dicke Luft entstanden ist, entschlossen wir gemeinsam auf unterschiedlichen Routen nach Valladolid weiterzureisen. Judith genoss noch einen weiteren Tag in Tulum, besuchte die Mayaruine und stürze sich dann ins Gedränge vom Touristenmekka Playa del Carmen. Endlich hatte sie wiedermal gepflegt Gelegenheit ein wenig shoppen zu gehen. Abends gabs dann noch ausgiebige Gespräche mit der leicht betrunkenen Frau des Hostelbesitzers.

Die andere Route führte Roman zuerst für eine Nacht nach Cobà. Die Mayastätte hier war, ausser einer weiteren Tempelpyramide mit Blick über die Baumkronen, nichts Besonderes.


Am nächsten Tag gings dann aber bereits früh weiter nach Valladolid. In der zweitgrössten Stadt vom Bundestaat Yucatan fand ich eine superschöne Backpackerunterkunft nicht weit vom Zentrum entfernt. Im grossen Garten gabs eine weitere Küche, diverse Tische, Sitzgelegenheiten und Hängematten umgeben von vielen tropischen Pflanzen. Es dauerte nicht lange und ich streckte mich gemütlich in der Hängematte. Kurze Zeit später fand ich mich im Gespräch mit meinen "hängenden Nachbarn", dem Finnen Mika und der Belgierin Ceyres. Schnell stellte sich heraus, dass wir für den Folgetag dieselben Pläne hatten, ein Ruinenbesuch im Norden der Stadt.



So machten wir uns am nächsten Tag zu viert, Ceyres war mit ihrer Mutter unterwegs, auf den Weg nach Ek'Balam (schwarzer Jaguar). Diese Mayastätte ist zwar klein, verfügt aber über einige gut restaurierte Gebäude mit nachgebauten Stukaturen. Wieder draussen warteten wir vergebens auf ein Taxi, fanden dann jedoch eine nette einheimische Familie, die uns einige Kilometer auf der Pickup-Ladefläche mitnahm. Kurz nachdem sie uns abluden, kam dann auch ein Taxi, welches uns die restlichen 20km in die Stadt brachte.
Im Verlaufe des Nachmittages traf dann auch Judith im Hostel ein und den Abend verbrachten wir zu Zweit in der Innenstadt. Viele mexikanische Städte sind reissbrettmässig aufgebaut und besitzen im Zentrum einen Zocalo. Diese Hauptplätze sind meistens mit grossen Bäumen, Wegen, Sitzbänken und einem Wasserspiel ausgestattet. Hier findet tagsüber und vorallem auch Abends das Leben statt. Alt und Jung trifft sich hier zum plaudern, tanzen, philosophieren oder einfach zum die anderen Leute beobachten. Wir genossen das bunte Treiben von einem Restaurant gegenüber.

Den nächsten Tag verbrachten wir in dieser Stadt, jedoch sehr gemütlich. Auch unsere Wäsche musste mal wieder gemacht werden..




Am Folgetag stand wieder ein Highlight bevor. Kurz nach 8 Uhr bestiegen wir ein Collectivo nach Chichen Itza. Diese Ruinenstätte ist wohl die bekannteste Hinterlassenschaft der Maya-Kultur und die berühmte "Pyramide des Kukulkan" wurde erst kürzlich zu einem der sieben neuen Weltwunder gewählt. Zusammen mit vier weiteren Personen aus unserem Büsschen leisteten wir uns wiedermal einen Führer. Die Stätte hatte zu dieser Tageszeit noch erfreulich wenige Touristen, ganz anders als ich es in Erinnerung hatte als ich vor 3 Jahren schon mal hier war. Unser Guide war ein alter Fuchs und erzählte uns zu jedem Gebäude spannende Geschichten und beeindruckende Facts. Zwischendurch lohnt es sich eben doch sich einen der (meist überteuerten) Führer zu leisten. Während der knapp vierstündigen Tour nahmen die Besuchermassen immer mehr zu und es wurde zunehmends schwieriger ein Foto zu schiessen, auf welchem keine fremde Personen sichtbar sind. Kurz nach Mittag entliess uns unser Führer und nachdem wir noch einige Souvenirstände abgeklappert hatten, verliessen wir den Platz. Ein weiterer Bus brachte uns dann gegen Abend auf Merida, in die Haupstadt von Yucatan.