Montag, 22. April 2013

Yucatan, Mexico, 1.-9.12.2012


Nachdem uns der Bus in Tulum abgeladen hatte, buchten wir zusammen mit unseren deutschen Reisegefährten als Erstes einen Tauch- und Schnorchelausflug für den folgenden Tag. Danach bezogen wir Zwei ein nettes, kleines Bungalow, ohne eigenes Badezimmer, dafür direkt am wunderbaren, weissen Strand. Auch wenn die Preise hier, in einem der touristischen Hotspots von Mexico einiges teurer (650 Pesos = ca. 47 CHF) ausfiel als wir von Zentralamerika gewohnt waren, einigten wir uns schnell, dass wir hier einige Tage entspannen wollten.

Um 8 Uhr trafen wir uns am nächsten Tag mit Manu und André beim Tauchshop und nachdem wir die benötigte Ausrüstung zusammengestellt hatten gings dann zu den "Cenotes". Diese sind eine geologische Spezialität der Yucatan-Halbinsel. Durch die Absenkung von Gesteinsschichten über Jahrhunderttausende entstanden riesige unterirdische Höhlensysteme, die sich zum Teil über dutzende Kilometer erstrecken und durch die auch Flüsse fliessen können. Als Cenote werden Löcher im Boden bezeichnet, welche durch Einsturz eines Hohlraums entstanden und so Zugang zu einer Grotte ermöglichen. Das Wasser in so einer Höhle kann bis zum Bodenniveau steigen (was dann wie ein Weiher im Wald aussieht) oder, wenn nicht geschlossen, auf Grundwasserniveau einige Meter unter dem Terrain. Die "Dos Ojos" (Zwei Augen), wo wir nach einer halben Stunde Fahrt eintrafen, sind Zweites.

Die Schnorchler Judith und André nahmen sich zuerst das zweite Auge vor, während Manu und ich die schwere Tauchausrüstung ins erste Loch runtertrugen. Von einem kleinen Steg gings ins klare Wasser rein. Von draussen sieht das Ganze aus wie ein kleiner natürlicher Pool, einmal abgetaucht öffnete sich jedoch die riesige Höhle vor uns.


Mit unserem Instruktor und mit Lampen bewaffnet, tauchten wir ein in diese faszinierende und mysteriöse Unterwasserwelt. Eine gespannte Leine (die sichere Route) führte uns in 2 -12m Wassertiefe an spektakulären Tropfsteinformationen vorbei und zwischen Stalagmiten und Stalaktiten hindurch. Ein spezielles und anfangs auch beklemmendes Gefühl zu wissen, dass sich über weite Strecken oberhalb nur massiver, rauer Fels befindet. Definitiv nichts für Klausophobiker und auch mein Pulsschlag hat sich zu Beginn massiv erhöht. Einmal dran gewöhnt, ist dies jedoch bestimmt eines der aussergewöhnlichsten Erlebnisse, welches man als Taucher erleben kann. Speziell wenn man von unten das farbige Spektakel der einfallenden und im Wasser brechenden Sonnenstrahlen geniessen kann. Die zwei mal 40min Tauchgänge vergingen wie im Fluge.

Auch unsere Schnorchler hatten einen guten Führer dabei und zirkelten ihre Atemschläuche, knapp unter der Felsunterkante und zwischen engen Stalaktiten hindurch, immer den niedrigen Luftkanälen entlang. So erreichten auch sie die "Bat Cave", eine dunkle Grotte wo unzählige Fledermäuse von der Decke hingen.
Nach ein wenig weiterem plantschen, war der Morgen dann viel zu schnell vorbei. Zurück in Tulum gingen wir einen Happen essen, bevors am Nachmittag dann zum ersten Mal an den Strand ging. Die nächsten 3 Tage verbrachten wir mehr oder weniger am Strand an der Sonne oder im Schatten unseres Bungalows und genossen das süsse Nichtstun. Auch eine Massage, natürlich zwischendurch ein Drink und amüsante Abende mit unseren neuen Freunden durften nicht fehlen.


Die bekannte Mayaruine von Tulum, wunderschön an der Küste gelegen, besuchte ich am dritten Morgen.
Archäologisch bietet sie nicht viel, aber die Lage ist spektakulär.
Da in letzter Zeit zwischen uns vermehrt dicke Luft entstanden ist, entschlossen wir gemeinsam auf unterschiedlichen Routen nach Valladolid weiterzureisen. Judith genoss noch einen weiteren Tag in Tulum, besuchte die Mayaruine und stürze sich dann ins Gedränge vom Touristenmekka Playa del Carmen. Endlich hatte sie wiedermal gepflegt Gelegenheit ein wenig shoppen zu gehen. Abends gabs dann noch ausgiebige Gespräche mit der leicht betrunkenen Frau des Hostelbesitzers.

Die andere Route führte Roman zuerst für eine Nacht nach Cobà. Die Mayastätte hier war, ausser einer weiteren Tempelpyramide mit Blick über die Baumkronen, nichts Besonderes.


Am nächsten Tag gings dann aber bereits früh weiter nach Valladolid. In der zweitgrössten Stadt vom Bundestaat Yucatan fand ich eine superschöne Backpackerunterkunft nicht weit vom Zentrum entfernt. Im grossen Garten gabs eine weitere Küche, diverse Tische, Sitzgelegenheiten und Hängematten umgeben von vielen tropischen Pflanzen. Es dauerte nicht lange und ich streckte mich gemütlich in der Hängematte. Kurze Zeit später fand ich mich im Gespräch mit meinen "hängenden Nachbarn", dem Finnen Mika und der Belgierin Ceyres. Schnell stellte sich heraus, dass wir für den Folgetag dieselben Pläne hatten, ein Ruinenbesuch im Norden der Stadt.



So machten wir uns am nächsten Tag zu viert, Ceyres war mit ihrer Mutter unterwegs, auf den Weg nach Ek'Balam (schwarzer Jaguar). Diese Mayastätte ist zwar klein, verfügt aber über einige gut restaurierte Gebäude mit nachgebauten Stukaturen. Wieder draussen warteten wir vergebens auf ein Taxi, fanden dann jedoch eine nette einheimische Familie, die uns einige Kilometer auf der Pickup-Ladefläche mitnahm. Kurz nachdem sie uns abluden, kam dann auch ein Taxi, welches uns die restlichen 20km in die Stadt brachte.
Im Verlaufe des Nachmittages traf dann auch Judith im Hostel ein und den Abend verbrachten wir zu Zweit in der Innenstadt. Viele mexikanische Städte sind reissbrettmässig aufgebaut und besitzen im Zentrum einen Zocalo. Diese Hauptplätze sind meistens mit grossen Bäumen, Wegen, Sitzbänken und einem Wasserspiel ausgestattet. Hier findet tagsüber und vorallem auch Abends das Leben statt. Alt und Jung trifft sich hier zum plaudern, tanzen, philosophieren oder einfach zum die anderen Leute beobachten. Wir genossen das bunte Treiben von einem Restaurant gegenüber.

Den nächsten Tag verbrachten wir in dieser Stadt, jedoch sehr gemütlich. Auch unsere Wäsche musste mal wieder gemacht werden..




Am Folgetag stand wieder ein Highlight bevor. Kurz nach 8 Uhr bestiegen wir ein Collectivo nach Chichen Itza. Diese Ruinenstätte ist wohl die bekannteste Hinterlassenschaft der Maya-Kultur und die berühmte "Pyramide des Kukulkan" wurde erst kürzlich zu einem der sieben neuen Weltwunder gewählt. Zusammen mit vier weiteren Personen aus unserem Büsschen leisteten wir uns wiedermal einen Führer. Die Stätte hatte zu dieser Tageszeit noch erfreulich wenige Touristen, ganz anders als ich es in Erinnerung hatte als ich vor 3 Jahren schon mal hier war. Unser Guide war ein alter Fuchs und erzählte uns zu jedem Gebäude spannende Geschichten und beeindruckende Facts. Zwischendurch lohnt es sich eben doch sich einen der (meist überteuerten) Führer zu leisten. Während der knapp vierstündigen Tour nahmen die Besuchermassen immer mehr zu und es wurde zunehmends schwieriger ein Foto zu schiessen, auf welchem keine fremde Personen sichtbar sind. Kurz nach Mittag entliess uns unser Führer und nachdem wir noch einige Souvenirstände abgeklappert hatten, verliessen wir den Platz. Ein weiterer Bus brachte uns dann gegen Abend auf Merida, in die Haupstadt von Yucatan.

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