Donnerstag, 22. November 2012

Liana Lodge, Amazonas Ecuador, 1.-4.10.2012

Nachdem wir mitten im Nirgendwo vom Bus abgesetzt wurden, hat unsere vorherige Telefonbuchung bewirkt, dass wir von einem Angestellten abgeholt und mit dem Kanu zur Lodge gebracht wurden. Dabei hatten wir einen Begleiter on board, bei dem es sich, wie sich später herausstellte, um den Chef dieser Einrichtungen höchst persönlich handelte.



Am Logde-Pier wurden wir von Anja, einer schweizer Volunteerin in Empfang genommen. Wir waren beindruckt von dem riesigen Bambusrundgebäude mit dem kleinen Teich und einigen Bäumen im Zentrum. Darin untergebracht sind Reception, Restaurant, Bar, Aufenthaltsraum mit offener Feuerstelle, Küche und einige Vorratsräume.

Von dem Bungalow, welches wir nach einem Willkommenstee, beziehen durften, waren wir nicht weniger begeistert. Jeweils 2 Doppelzimmer sind in einem Gebäude untergebracht, unterteilt durch zwei gemauerte Badezimmer. Die Wände bestehen aus Bambus, als Fenster gibts feine Netze und statt einer Decke sieht man die wunderbare Bambus-Giebelkonstruktion vom Dach, welches mit verflochtenen Palmenblättern regensicher abgedeckt ist. Insgesamt gibts 8 dieser Bungalows herrlich eingebettet und verteilt im Dschungel.

Zum Abendessen erwartete uns  dann die nächste Überraschung. Das Küchenteam zauberte uns mit einfachsten Mitteln ein Gourmetmahl auf den Tisch. Bloss die französischsprechenden Tischnachbarn passten uns erst nicht so in den Kram (in Südamerika sind unglaublich viele Franzosen unterwegs und die nerven ziemlich). Die Beiden stellten sich dann aber als zwei belgische Juristen auf Hochzeitreise heraus, womit einem gemeinsamen Abend mit einem Kartenspiel nichts mehr im Wege stand.

Am nächsten Morgen gings mit den Belgiern auf eine Insel im Fluss wo einige Indiofamilien leben. Unser junger, lokaler Guide kannte sich bestens aus und zeigte uns die lokalen Plantagen von Kaffee, Bananen, Yucca, Mangos, Papayas und Kakao. Insbesondere die grossen Kakaofrüchte haben es uns angetan. Die Bohnen sind eingebettet in weissen, süssen "Schleim" im innern einer etwa 20cm langen Fruchthülle und sind superlecker zum Lutschen! Dann gings weiter zum Blasrohrschiessen (wo die Frauen brillierten zu "Jäger's Leidwesen") und zum Schluss durften wir noch in eine der Familienhütten. Eine alte Indiofrau zeigte uns dort wie aus Yucca auf traditionelle Art "Chicha" hergestellt wird, ein typisches Gärgetränk aus dem Amazonasgebiet. War zwar interessant, geschmeckt hat uns die bittere, milchige Brühe aber nicht besonders.
Den Nachmittag beschlossen wir in der Lodge zu verbringen. Es war die richtige Entscheidung, kurz nach dem Mittag zogen Wolken auf und nun wurde der Regenwald seinem Namen auch mal gerecht! Am Abend brachten uns die Belgier dann noch das Kartenspiel Rikiki bei. Auch sehr amüsant, ausser dass auch hier die Frauen die Nase vorn hatten!

Am Morgen vom dritten Tag wurden wir gegen 7Uhr geweckt von Geräuschen ausserhalb unseres Bungalows... Zu unserer grossen Freude hat sich die in der Umgebung angesiedelte Affenfamilie (40-50 Tiere, vorwiegend Totenkopfaffen, aber auch ein Kapuziner- und zwei Wollhaaraffen) entschieden die Logde zu besuchen. Rund um uns sprangen und tollten sie herum. Herrlich!



Die heutige Tour führte uns in den Dschungel wo unser Guide uns wieder mit interessanten Infos versorgte. Vom Drachenblutbaum (mit rotem Harz, den die Indios als Moskitobiss-Gegenmittel verwenden), zum Lemontree (ein Baum mit Knubbeln an den Ästen, in denen spezielle Ameisen hausen die auf der Zunge wie Limonen schmecken), der Fischbetäubungspflanze (wird als natürliches Nervengift beim Fischen verwendet) und den riesigen Brettwurzelbäumen gings durch den schwül-heissen Wald schliesslich zum AmaZoonico. ( www.amazoonico.org )  Dies ist eine Auffangstation von Tieren aus dem Dschungel und eine super Sache! (siehe Homepage auf Deutsch für weitere Infos) Hier begleitete uns eine weitere schweizer Volunteerin durch das grosse Anwesen. Gespannt verfolgten wir auf dem Rundgang die vielen Infos und speziellen Schicksalsgeschichten rund um die Tiere aus dem Urwald. Viele davon kriegt man sonst kaum zu sehen, darunter Ozelote, Jaguarundi, Tapire, Agutis, Tucane, Aras und weitere Vögel, sowie diverse Reptilien- und Affenarten. Das Ziel ist -wo möglich- die Tiere möglichst bald im Schutzwald wieder auszuwildern. (wie auch die Affengruppe die uns besucht hat) Tief bewegt und überzeugt von der überragenden Leistungen die hier Tag für Tag von vielen Freiwilligen geleistet wird, machten wir uns einige Stunden später auf den Rückweg zur (auch zum Projekt gehörenden) Lodge.










Nach dem wiederum erstklassigen Abendessen, setzten wir uns wieder mit unseren neuen belgischen Freunden zusammen und verbrachten den letzten,gemeinsamen Abend mit Wein und Karten spielen.(und endlich rockten mal die Männer! :-) ) Da uns gesagt wurde, dass der Barkeeper anwesend sei, solange Gäste anwesend sind, versuchten wir um 11Uhr eine weitere Flasche Wein zu ordern. Trotz intensiver Suche in den Hängematten fanden wir ihn nicht und so entschlossen wir Männer uns kurzerhand dazu in die Bar einzusteigen und uns selbst zu bedienen. (Selbstverständlich haben diese Flasche am nächsten Tag noch bezahlt)

Am letzten Morgen gaben sich die Affen zum Abschied nochmals die Ehre und bald darauf bestiegen wir schwermütig das Kanu um den abenteuerlichen Rückweg anzutreten.

Selva Viva, wir werden dich weiterempfehlen und falls wir irgendwann wieder in der Gegend sind, werden wir sicher hierher zurückkehren! Ein wunderbarer Fleck Natur und eine super Institution für Tiere, Natur und die darin lebenden Indios!
       

2 Kommentare:

  1. wär esch den do so könschtlerisch begabt? esch das öpe mini tschigittabanana gsi?

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    1. Dini Tschigitabanana isch di künschtlerischi Inspiration gsi;)

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