Nach einem kurzen Flug mit Air Asia (Billigfluggesellschaft, ähnlich wie Easy Jet, nur vermieten diese die Klappen der Gepäckfächer als Werbeflächen) sind wir in der touristischen Stadt Yangon, im Süden des Landes angekommen. Entgegen unseren Informationen fanden wir bereits am Flughafen einen ATM, denn unseren Informationen nach konnte man nur mit neueren, unverbrauchten US Dollars bezahlen, bzw. gewechselt werden und weder mit Kreditkarte noch EC. Mit einem Bündel einheimischen Scheinen bepackt teilten wir zusammen mit unseren neuen Schweizer Reisekumpanen Michele und Ruedi ein Taxi ins Zentrum. Bald mussten wir feststellen, dass die Suche nach einem Hotel schwieriger ist als erwartet. Entweder waren sie nicht mehr vorhanden oder bereits ausgebucht. Unser sehr hilfsbereiter Taxifahrer fuhr uns dann jedoch zu einem einfachen aber gepflegten, freien Hotel. Die Kosten für ein nicht ganz sauberes Doppelzimmer waren 28 USD. Wenn es mit den Kosten so weiter geht, wird unser Reisebudget stark strapaziert und nicht etwa wieder entlastet (wie nach dem teuren Neuseeland erhofft)… Nach einer kleinen Erkundungstour der Stadt verbunden mit der Suche nach einem Restaurant zum Abendessen fielen wir ziemlich erschöpft ins Bett.
Am nächsten Tag gingen wir zusammen mit Michele und Ruedi frühstücken, in Mitten von Einheimischen. Da wir die Auswahl auf der Karte nicht verstanden, haben wir anhand der Speisen auf den Nachbarstischen und nach Gutdünken bestellt. Es war super lecker und eine spannende Erfahrung. Auch die teilweise musternden Blicke der anderen Gäste gehörten natürlich dazu. Aber auch hier waren alle wieder sehr hilfsbereit und aufmerksam. Hier erlebten wir den ersten grösseren Stromausfall. Plötzlich ging das Licht aus und alle Fan’s an der Decke blieben stehen. Keine Panik! Dafür haben ja alle einen Generator vor dem Haus. Dieser wurde angeschmissen, ratterte und rauchte, aber der Strom speisste die Gerätewieder. Wie wir später feststellen durften, ist dies an der Tagesordnung. Pro Tag fällt in Myanmar mind. 1 - 2 x der Strom aus… (wie schön haben wir es doch in der Schweiz).
Gestärkt machten wir uns zu Fuss auf eine weitere Erkundungstour nach dem Vorschlag des „einsamen Planeten“ (Lonely Planet). Diese führte uns an interessanten, neuen und alten sowie historischen Gebäuden vorbei und durch Strassen wo alle möglichen Sachen verkauft werden. Die mit Sorgfalt ausgelegten Gewürze und Knollen haben uns beeindruckt. Zu Viert versuchten wir herauszufinden, welche Gewürze wir erkannten. Ein netter Herr blieb bei uns stehen und versuchte uns, mit wieder nur sehr dürftigem englisch (aber immerhin) die Namen auf den von Hand angeschriebenen Täfeli zu erklären. Auch durften wir daran riechen und weiter raten. Mit diesen exotischen und neuen, aber auch altbekannten, Düften in der Nase machten wir uns weiter auf Erkundungstour. Der Weg führte uns zum Peer. Der „Yangon River“ war eine richtig braune Brühe… Dies hielt uns jedoch nicht davon ab, im Restaurant eine goldene Brühe (durchaus leckeres Myanmar-Bier) zu trinken. Wie in den Hotels, Zimmer, Bars und Restaurants etc. durfte man auch hier innen rauchen, was doch sehr ungewohnt für uns war.
Wir machten uns zu Zweit auf den Weg zu der vorgenannten bekannten Pagode. Auf der einten Zugangsstrasse wollten uns etliche Kinder Plastiksäcke verkaufen, damit wir unsere Schuhe (welche in den Pagoden ausgezogen werden musste) nicht in der Hand tragen müssen. Teilweise waren diese Kinder leider sehr aufdringlich und dreist, weshalb wir uns auch entschlossen haben, diese nicht zu „unterstützen“. Nach einer kurzen Stärkung an einem Strassenstand (wir bekamen eine Art Nudelsuppe mit unbekannten Zutaten) betraten wir die eindrückliche Pagode. Wir waren nicht alleine. Der Zauber dieser Pracht hat uns aber trotzdem in seinen Bann gezogen. Wir liefen rundherum, machten Fotos, liessen uns treiben von denn Menschenmassen (Einheimische und Touristen) und fanden einen Platz wo wir uns am Boden niederliessen und die Sonnenuntergangsstimmung wirkte auf uns.
Als wir dann zurück waren und mit unserem Gepäck zu lange im Dunkeln an der Strasse/Station auf unseren Bus warteten, wurden wir doch langsam unsicher. Obwohl wir mit unserem Ticket, welches wir nicht wirklich lesen konnten sondern einfach die Schriftzeichen darauf mit denjenigen auf den Bussen vergleichen konnten, alle Busfahrer und Gehilfen fragten, welches unser Bus sei blieb der Erfolg aus. Ein Fahrer hatte dann Mitleid mit uns, ging mit uns zu einem Telefon (solche öffentliche Telefone fand man überall, einfach auf einem Tisch vor einem Restaurant oder an der Strasse entlang) und nahm uns mit, denn glücklicherweise war unser Ziel dasselbe.
Morgens um ca. 3 Uhr wurden wir irgendwo im kleinen Stranddorf Chaung Tha an der Westküste rausgelassen. Es war dunkel, kühl und wir hatten keine Ahnung wo wir waren. Aber keine Panik, in solchen Fällen zündeten wir uns zuerst einmal eine Zigarette an und die Lage abgecheckt. Wiedermal war dies eine gute Idee. Wie sich herausgestellt hatte, wurden wir direkt vor einem kleinen Hotel herausgelassen. Der Nachtwächter hat uns gesehen und jemand vom Personal kam zu uns raus. Zu unserem Glück hatten sie noch ein Zimmer (für nur 18 USD!) frei welches wir auch gleich beziehen durften. Müde von der anstrengenden Busfahrt fielen wir sofort in den Schlaf.
Dieses Chaung Tha war ein kleiner Badeort wo sich eher einheimische aus Yangon eine Auszeit gönnten. Leider war der Strand jedoch nichts Spezielles und das Wasser auch nicht sonderlich warm, weshalb wir die Zeit hier eher nutzen um wiedermal an unseren Blogeinträgen zu arbeiten, ein wenig auszuspannen und die weitere Reiseroute zu planen. Von einem etwas älteren Holländischem Paar bekamen wir einige Tipps, vor allem sollen wir unbedingt an den Inley Lake gehen. Nebst den bekannten Sehenswürdigkeiten gäbe es noch Spezialitäten wie bemalte „Sonnenschirme“, Kleider aus Lotusblüten und eine Winery (ganz nach meinem Geschmack).
Nach 3 Tagen Erholung machten wir uns mit dem Bus wieder auf den Weg zurück nach Yangon. Tagsüber konnten wir die schönen Landschaften, kleinen Dörfer und Hütten aus dem Bus beobachten. Nach 7 Stunden kurvige Fahrt kamen wir dann endlich an. Hier haben wir das Schicksal entscheiden lassen wohin unsere Reise weiter gehen soll. Da wir am Abend tatsächlich noch ein „Reisebüro“ fanden welches offen hatte konnten wir entsprechend noch ein Busticket für den nächsten Tag in den Osten des Landes kaufen. Die Entscheidung war somit gefallen.
Am nächsten Tag gingen wir mit dem Taxi in Richtung Busstation. Da wir nicht mehr so viel Bargeld hatte, machten wir einen kleinen Umweg zum Flughafen, wo wir wieder mit der Kreditkarte Geld am ATM beziehen konnten. Die Busstation war ein abgeschlossenes Gelände mit vielen kleinen Strassen, Wegen und unzähligen Ständen. Selbst unser Taxifahrer musste sich durchfragen und einige Male im Kreis fahren und umkehren bis wir den richtigen Busstand gefunden haben. Weit und breit sahen wir keine anderen Touristen. Entsprechend waren die Einheimischen sehr an uns interessiert. Hier konnten wir die Gutmütigkeit der Menschen wieder spüren. Wir bekamen Kaffe (Pulvergemisch mit Milch und Zucker welches mit dem bereits fertig gebrühten Teewasser aufgefüllt wurde), Essen wurde uns angeboten oder sie kamen einfach und schauten uns scheu an und lachten uns an! Super! Pünktlich gings dann los mit dem Bus. Auch hier machten wir wieder bei einer Hütte halt und es wurde gegessen. Aus irgendeinem uns unerklärlichen Grund mussten wir in Mitten unserer Reise den Bus wechseln, irgendwo auf einer Landstrasse, umgeben von nichts. Ausser uns mussten noch zwei jüngere einheimische Frauen umsteigen. Dieser Bus war älter und in noch schlechterem Zustand als der Vorherige. Wir nehmen an, dass die Busgesellschaft mit unseren Plätzen im neueren Bus auf dem Weg noch weitere Passagiere aufgabeln konnte und somit mehr Umsatz machte. Bald gab es auch mit diesem Bus einen Essenshalt. Ob wir irgendwann an unserem Zielort ankommen werden? Während Roman das Hotelzimmer telefonisch reservierte (aus bisherigen Erfahrungen lernten wir, dass wir reservieren sollten), versuchte ich mit den 2 jüngeren Einheimischen eine Art Nudelsuppe von einer Strassenverkäuferin. Mit Händen und Füssen verständigend, habe ich etwas ausgelesen. Ich muss zugeben, es schmeckte nicht mal so schlecht.
Als wir in Kyaikto/Kinpun ankamen ging ein weiteres Abenteuer los. Unser Ziel war der Golden Rock auf dem Mt. Kyaiktiyo. Dies ist ein bekannter Pilgerort für burmesische Mönche, leider aber auch für Touristen. Es hiess, man müsse auf der Ladefläche eines offenen Trucks bis zum Fusse des Berges fahren. Als wir den Touristenströmen folgten, fanden wir den Ausgangspunkt. Mit Hilfe einer Leiter konnte man auf diese Ladefläche raufsteigen wo sich einige festgeschraubte Bänke befanden. Es war sehr eng! Plötzlich hörte ich 4 Ungarn über mich sprechen:) Ich konnte mich nicht lange zurückhalten und bedankte mich für das „Kompliment“ auf Ungarisch. Sie staunten nicht schlecht… Bald ging dann auch schon die abenteuerliche Fahrt los. Mit hohem Tempo fuhren wir die kurvige und holperige Piste entlang. Nun waren wir froh, dass es so eng war, dann rutschte wir nicht allzu sehr auf diesen Bänken herum. Eine Fahrt auf einer 8-er-Bahn war nichts im Vergleich zu dem Gefühl hier!

Nach 45 Minuten kamen wir am Fusse des Berges an. Nun mussten wir diesen samt unseren grossen Rucksäcken von ca. 20 Kilos erklimmen! Zum Glück gab es auch hier wieder Porters die gegen Bezahlung unsere Rucksäcke rauftragen würden. Ohne lang überlegen zu müssen, haben wir uns einen solchen angeheuert. Nur waren wir sehr überrascht, als ein 15 jähriger Knabe das Gefühl hatte, er konnte beide Rucksäcke zusammen in seinem geflochtenen Korb auf dem Rücken die steile, kurvige Strasse rauftragen! Man schauen… Es ging aber nicht lange, da kam ihm sein älterer Bruder, welcher von einer anderen Gruppe bereits einen kleineren Rucksack in seinem Korb hatte, zur Hilfe. Nach insgesamt 45 Minuten laufen kamen wir dann in unserem Hotel auf dem Berg an. Wir machten dann für den nächsten Morgen für den Abstieg wieder mit dem Jungen ab.
Kurz vor Sonnenuntergang machten wir uns dann auf dem Weg zum „Golden Rock“. Jedoch stellten wir dann leider fest, dass dieser wegen Renovationsarbeiten eingepackt war. Tja, auch hier war somit der Weg das Ziel und das Abenteuer!
Am nächsten Tag machten wir uns wieder auf die abenteuerliche Rückreise. Im Dorf Kinpun kauften wir dann ein Busticket nach Bago, welches etwa auf halber Stecke nach Yangun lag. Dort wurden wir beim Aussteigen an der Strasse bereits von einem Ticketverkäufer/-vermittler abgefangen und zur „Busstation“ geführt. Hier konnten wir ein Ticket an unser Ziel Bagan, im Westen des Landes, kaufen. Die wenigen Stunden Aufenthalt nutzten wir, um uns an einem Strassenrestaurant zu verpflegen. Um ca. 18 Uhr holte uns dann ein Tucktuckfahrer an der Busstation ab. Mit ihm mussten wir nun zum Highway fahren wo der Bus von Yangon her kommend uns irgendwo aufgabeln sollte. Der Ticketverkäufer versicherte uns, dass der Tucktuckfahrer bei uns bleibt und hilft bis wir im richtigen Bus sitzen. Wenn das nur gut kommt! Ein älterer Herr, wie sich später heraus gestellt hatte der Vater des Fahrers, begleitete uns hinten drinnen. Der sehr freundliche ältere Herr versuchte uns ein wenig Burmesisch beizubringen. Zählen konnten wir schon ganz gut und auch einige andere nützliche Worte. Roman lerne dann noch „Ich liebe Dich“ und hat dies auch gleich bei den vorbeifahrenden Frauen angewandt, ganz zum Amüsement des Fahrers und dessen Vater. Nach ca. 1 Stunde Fahrt kamen wir dann, bereits im Dunkeln, am Highway-Rand an. Immerhin waren wir nicht die einzigen, welche dort auf „einen“ Bus warteten. Es gab sogar ein kleines Tischchen wo Tee und anders verkauft wurde. Der Fahrer und sein Vater boten uns solchen Tee an. Geld wollten sie jedoch keines haben. Als Dankeschön nahm Roman seine letzte Schwiizerschoggi aus dem Rucksack und bot es ihnen an. Auch die beiden ca. 5-6 jährigen Knaben am Stand erhielten welche. Sie waren sehr neugierig und kontaktfreudig. Ich versuchte mich gleich mal, mit ihnen zusammen bis auf 10 zu zählen. So verging die Zeit sehr rasch und wir haben fast vergessen, dass wir eigentlich auf unseren Bus warteten. Der Fahrer sprang dann aber plötzlich auf und stoppte ein Bus. In diesen konnten wir dann einsteigen und bezogen unsere reservierten Plätze. Unglaublich! Es hat alles geklappt! Wir sitzen im Bus welcher uns im Dunkeln auf dem Highway aufgegabelt hat!!!













